Projekt BW Gleißinger Fels (2019)

Projekt BW Gleißinger Fels (2019)

1. Allgemeine Informationen

Der Bergbau um Fichtelberg startete um das Jahr 1478, als Kurführst Phillip den Herren von Hirschberg die Erlaubnis erteilt hat, alle vorkommenden Metalle zu gewinnen. Dies belebte den Bergbau um das heutige Fichtelberg, ebenso wie viele Gerüchte über Gold- und Silbervorkommen.

Allerdings wurde bis Anfang des 17. Jahrhunderts nur der lokale Bedarf an Erz gedeckt und nie Gold oder Silber gefunden; es gab weiterhin keinen namhaften Bergbau und keine ausgedehnte Eisenproduktion. Im 18. und 19. Jahrhundert hat das Bergwerk kurzzeitig an regionaler Bedeutung gewonnen und lieferte Eisenerz (Eisenglimmer) u.a. an die Königlich Bayerische Gewehrfabrik. Im 19. Jahrhundert folgten mehrere Schließungen und Wiedereröffnungen des Bergwerkes. Trotz kurzer Phasen, während denen der Betrieb Ende des 19. / Anfang 20. Jahrhunderts wieder aufgenommen wurde, kam der Bergbau am Gleißinger Fels 1907 final zum Erliegen.

Das heutige befahrbare Bergwerk blickt auf eine 200-jährige Geschichte zurück und ist das einzige befahrbare Silbereisenbergwerk der Welt. Besucher haben die Möglichkeit sich neben der Führung im Bergwerk durch einen Dokumentarfilm über die Geschichte des Bergbaus zu informieren. Zu weiteren Besonderheiten zählen unter anderem 20 Millionen Jahre alte Gesteinszeichnungen. Außerdem ist es seit 2015 im Rahmen besonderer Führungen möglich, allgemein nicht zugängliche Teile des Bergwerks zu besichtigen.

Der Region als „Ruhrgebiet des Mittelalters“ und seinen geologischen wie historischen Sehenswürdigkeiten wurde u. a. in jüngster Zeit mit der Anlage des Geoparks Bayern-Böhmen entsprechende Bedeutung beigemessen.

Das Besucherbergwerk ist vom Bayerischen Landesamt für Umwelt als wertvolles Geotop (Geotop-Nummer: 472G002) ausgewiesen

*Quelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Besucherbergwerk_Glei%C3%9Finger_Fels/


2. Die Idee des Projektes

Die Idee des Projektes entstand im Jahr 2014. Der damalige Inhaber und Betriebsleiter des Bergwerkes Herr Thomas Obermüller kontaktierte Cave Lighting und lud uns ein das Bergwerk zu besichtigen und einige Tests vor Ort zu machen.
Wir packten unser Travel Kit und reisten nach Fichtelberg. Schon damals fanden wir die Elektrische Einrichtung und Lichtanlage in einem sehr bescheidenen Zustand vor. Zu jener Zeit erfolgte die Besichtigung eher mit der Taschenlampe, als mit der fest eingebauten Beleuchtung. Die Anlage war schon seinerzeit voll mit Wasser gefüllt und wies einige irreparable Schäden auf.

Das Anschließen von einem Netzteil an die in dem Bergwerk vorhandenen Steckdosen war fast unmöglich, da die FI-Schalter das überhaupt nicht zuließen.
Letztendlich wurde eine funktionstüchtige Steckdose gefunden und einige der Beleuchtungstests durchgeführt.


3. Die Wartezeit

Das Projekt als solches hat erst etwa nach drei Jahren Gestalt angenommen, wo die Erneuerung der Beleuchtungsanlage im Bergwerk Gleißinger Fels zum Teil eines Deutsch-Tschechischen Interregio Projekt geworden ist. Die Gesamtleitung des Projektes übernahm das Architekturbüro Greim, das Elektro- und Beleuchtungsprojekt war dem IB Gebhardt unterteilt.

Im November 2018 kam es zu der Ausschreibung, fast 5 Jahre nach dem ersten Kontakt und durchgeführten Lichttests. Nach der Auswertung der eingereichten Angebote, stellte man fest, dass das Cave Lighting Angebot am besten abgeschnitten hat.

Im Januar 2019 wurde der Auftrag zur Ausführung der Baumaßnahme durch Cave Lighting unterschrieben.


4. Ausführung

Lichttechnisch sind Bergwerke einfacher als Schauhöhlen zu installieren, deshalb auch schneller. Zumindest haben wir dies erwartet, bevor wir am 06.05.2019 mit der Ausführung angefangen haben. Im späteren Verlauf mussten wir feststellen, dass diese Annahme falsch war.

Der Besucherteil des Bergwerks Gleißinger Fels besteht aus zwei fast geraden Gängen, die ziemlich eng in den Granit geschnitten sind. Die Kabeltrassen wurden vor ca. 35 Jahren unterirdisch in Rohren verlegt. Es stellte sich heraus, dass wir zwei Arten von Problemen hatten:

– Das Gestein war entweder so locker oder so hart, dass ein Bohren fast unmöglich war.

– Die Kabeltrassen, die wir zum Verlegen von Leitungen benutzen wollten, waren mit der Zeit voll mit Quartzsand und Steinen gefüllt, sodass man weder alte Kabel entfernen noch neue Kabel installieren konnte.

– Beide Probleme führten dazu, dass die Installationszeit sich fast um 30% verlängert hat. Wichtig war uns aber eine Lösung des Problems zu finden.

Das Cave Lighting Team bestehend aus Leinid Batiuzhenko, Tomass Jassus, Adrian Kondacs und Vladimir Vashkevich, suchten zunächst nach Lösungen. Innerhalb von wenigen Tagen wurde das Problem gelöst, indem Leonid und Tomas binnen zwei Wochen die Kunststoffrohre mit Hochdruckreinger reinigten.

Mit der Prozedur wurden mehrere Kilogramm des Quarzsandes aus dem Bergwerk geholt und neue Leitungen Stück für Stück in durchgespülte Kanäle eingezogen. Bei der Befestigung der Leuchten wurde eine spezielle Methode entwickelt, wobei bei den schweren Bedingungen sehr tief gebohrt und die Leuchten mit meterlangen Gewindestangen befestigt wurden.

Die Baumaßnahme dauerte insgesamt vom 06.05.2019 bis 17.07.2019.

Es wurden folgende Leuchten installiert:
– 114 Leuchten vom Typ LSQ2
– 4 Leuchten vom Typ LQP2
– 83 Leuchten vom Typ LMT „Impervius“

Außerdem kamen zum Einsatz:
– 2 Unterverteiler 230VAC / 24VDC
– ca. 2 Kilometer neue Kabelleitungen

Es wurden:
– 350 Meter der alten Kabeltrassen ausgespült und gewaschen
– 200 Meter des Erdungsseils eingebaut
– eine Sicherheitsbeleuchtung mit UPS und industriellen Überwachung eingebaut und programmiert.

Die aktuelle Anlage besteht nun aus 4 Zonen, welche separat gesteuert werden können.

Bei der Abnahme der Anlage am 17.07.2019 konnte der Betriebsleiter Herr Obermüller seine Gefühle nicht verheimlichen. Er freute sich ganz herzlich über die gelungene Baumaßnahme und das tolle Ergebnis.

Am 28.08.2019 schrieb Herr Obermüller bei Facebook:
„Zur Beleuchtung. Die läuft bisher ganz ausgezeichnet ohne die geringsten Probleme. Wird von den Gästen als sehr gelungen betrachtet. Derzeit bekommen wir laufend Besuch von diversen Politikern und Förderstellen, die mich und Euch loben wegen der Beleuchtung, der Einhaltung der Termine und des Kostenrahmens. Noch nicht einmal die Fledermausschützer die gestern da waren haben sich negativ geäussert. Also….habt ihr gut gemacht, großes Lob.“